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Geschichte

Unser Präsident erzählt...

 

Zusammen mit meinen Eltern, hatte ich als kleiner Junge das Privileg an der Langenthaler- sowie Fulenbacher-Fasnacht mit der Clique, in der meine Eltern aktiv dabei waren hautnah dabei zu sein. Bereits als kleiner Junge habe ich bemerkt, dass mich die Fasnacht sehr fasziniert. Ich höre gerne zwischendurch die «Guggenmusik» spielen. Schnell habe ich gemerkt, desto pompöser die Fasnachtswagen sind, umso faszinierender das Spektakel für mich ist. Nachdem ich die Fasnacht als «aktives Mitglied» eine Weile aus den Augen verloren habe und mir nichts anderes übrigblieb, als am Strassenrand mit dabei zu sein, musste sich etwas ändern… Mit einem Kollegen aus meinem engen Freundeskreis beschloss ich wieder aktiv am Umzug teilzunehmen. Da uns die Zeit etwas voraus war und die nötigen Ressourcen fehlten, gingen wir lediglich mittels Konfettibadewanne an die Fasnacht. Später fiel uns auf, dass die selber gebastelte Konfettibadewanne einem Bett sehr ähnlich sah. Als mein Kolleg dann auch noch die Konfettibadewanne von den Holzspänen befreite, stand unser Cliquenname bereits fest:

 

Bettfäger!

 

Die ersten Drei, ich nenne es mal inoffiziellen Fasnachtsumzüge, sind uns definitiv geglückt und wir hatten grossen Spass daran. Anschliessend hat uns, wie ganz vielen anderen auch, Covid einen grossen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir standen also da, ohne weitere Teilnahme an einem Umzug. Eine gute Seele aus meinem Bekanntenkreis hat anschliessend die ganzen administrativen Tätigkeiten in Angriff genommen und viele Dokumente wie z.B. Sponsoren- & Mitgliederblätter, verschiedene Protokolle der Sitzungen und unter anderem auch unser heutiges Logo designt. Anschliessend gründeten wir einen offiziellen Vorstand, welcher aus fünf Personen besteht. Die Personen waren sehr gut gewählt, denn: eine Person hatte bereits Erfahrung im Fasnachtskomitee gesammelt und den Posten des Aktuars übernommen. Zwei Personen waren bereits aktive Fasnachtsmitglieder und handwerklich sehr begabt. Als «Kopf» der Clique ergänzen wir uns in allen Belangen und sind in unseren eigenen Gebieten versiert. Wir begannen mit dem erstellen der Statuten, suchten neue Cliquenmitglieder und starteten mit einer Partyserie, um uns untereinander besser kennen zu lernen und regelmässig austauschen zu können. Ich erläutere euch noch das System der Partyserie: Es werden jeweils zwei Mitglieder per Los gezogen und diese müssen dann für die ganze Clique eine Aktivität organisieren. Die erste Partyserie war im Anschluss unserer ersten offiziellen Generalversammlung. Da uns leider Covid erneut einen Strich durch unsere Partyserie gemacht hatte, mussten wir sie für einen Moment auf Eis legen. Der Vorstand nutzte diese Zeit. Die Statuten wurden überarbeitet und ein Antrag an die Gemeinde Murgenthal gestellt, um uns in der Gemeinde als Verein einzutragen. Als wir positives Feedback erhielten und wir offiziell als Bettfäger Wagenbauclique Murgenthal anerkannt wurden, konnten wir endlich ein Vereinskonto in Betracht ziehen und gar eröffnen. Zeitgleich entwarf ich mit einem Grafiker unsere Vereinsfahne. Durch die unsichere Lage, wurden viele Umzüge im Jahr 2022 abgesagt oder die Fasnacht «stehend» durchgeführt . Somit gelang es uns nicht, als neu gegründete Clique irgendwo dabei sein zu können. So entschieden wir uns als Zuschauer bzw. Besucher an den jeweiligen Fasnachtsumzügen dabei zu sein und mittels Konfettikanone bzw. Konfettikanonenbett inkl. Notstromgruppe und Luftkompressor viele Konfetti durch die Zuschauermengen zu katapultieren. Danach bereiteten wir die zweite GV vor: Es gab kleine Anpassungen im Vorstand und zudem wurde ein Fähnrich gewählt. Diverse Infos zu Bankkonto, Sponsoren und der Suche nach unserem Anhänger mussten den Cliquenmitglieder weitergegeben werden. Ein passender Anhänger wurde nach langer Suche endlich gefunden und konnte gekauft werden. Der Anhänger durfte beim Parkplatzsponsor untergebracht werden. Der Wagenbauchef, sowie das dazugehörige Team machten sich anschliessend an die Planung des Konstrukts. Ein anderer Teil der Clique entwarf Airbrushvorlagen und nahm im August 2022 an einem Airbrushkurs teil. Durch den Besuch des Airbrushkurses kann nun die gesamte Clique selbstständig mittels Airbrush geschminkt werden.

Nach einem gelungenen Nachmittag der GV 2022 hatten wir vor dem Startschuss für den Wagenbau noch zwei Anlässe. Das erste Zusammentreffen beim Bowling spielen und später trafen wir uns zum Fondue essen - könnt ihr euch noch daran erinnern? Wir nennen es die Partyserie.

Anschliessend haben wir uns voller Euphorie in die Planung sowie Umsetzung des Wagenkonstrukts geworfen - dachten wir zumindest… Das altbekannte Sprichwort «Aller Anfang ist schwer» traf leider bereits nach einer kurzen Zeitspanne während des Wagenbaus ein. Wir hatten mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Zeit war uns ständig ein Schritt voraus, daher konnten wir nicht alles wie geplant umsetzen. Dies war darauf zurück zu führen, dass uns die arbeitenden Hände fehlten. Abend für Abend oder Tag für Tag mit lediglich 2-3 Personen zu arbeiten war nicht gerade förderlich. Dennoch haben alle aktiven WagenbauerInnen davon profitiert und es hat uns in vieler Hinsicht einiges gelernt. Zum Beispiel hatten wir plötzlich einen Profi im Umgang mit der Bohrmaschine, obwohl er noch nie eine Bohrmaschine in der Hand hatte. Jemand der den lieben langen Abend mit viel Liebe Backsteine auf Holzwände gemalt hat oder eine Person, welche noch nie eine Silikondose in der Hand hatte und die Silikonfugen bei den Fenstern anbrachte. Trotzdem wuchs unser «Anhänger» von Tag zu Tag mehr, denn an Herzblut und Willen fehlte es nicht. Da wir an mehreren Umzügen anwesend sein wollten und der Transport des Wagens nicht ganz ohne war, haben wir uns für eine flexible Seitenverbreiterung entschieden. Diese konnten wir innert kurzer Zeit auf- und abbauen. Dass wir mit unserem Wagen eigentlich nicht wie geplant fertig waren, bemerkte ziemlich sicher kein einziger «Fasnächtler» der nicht davon wusste. An der Fasnacht in Fulenbach hatten wir dann endlich unsere erste gemeinsame Wagentaufe. Wir durften unsere Sponsoren, externe Helfer und viele Interessenten begrüssen und sie über die Entstehung unserer Clique sowie des Wagens in Kenntnis setzen. Nichts desto trotz war unser grösstes Highlight die Langenthaler Fasnacht. Ein grosser Dank gilt der LFG, denn ohne sie wäre dies gar nicht möglich gewesen, ein Teil der Fasnacht zu sein. Wir freuten uns sehr, dass uns bekannte Fasnacht- und Wagenbaucliquen Tipps und Tricks mitteilten, die wir nächstes Jahr anwenden und umsetzen können. Aufgrund vieler positiven Eindrücke bat uns der Umzugschef miteinander anzustossen und legte uns dabei ans Herz, dass wir unsere Bewerbung als Wagenbauclique bei der LFG einreichen sollten. In einer darauffolgenden Vorstandssitzung besprachen wir diverse Punkte, unter anderem auch diese Bewerbung. Da durchwegs positives Echo der (Vorstands-) Mitglieder kam, ist die Bewerbung bei der LFG bereits eingereicht. Nun heisst es Abwarten auf ein hoffentlich positives Feedback.

Nach einer Standortbestimmung mit mir als Präsi der Clique, haben sich einige für einen Weg ohne die Bettfäger entschieden. Ich danke all diesen für die gemeinsame Zeit und wünsche alles Gute für die Zukunft.

Das ganze Fasnachtsmaterial sowie unser Anhänger ist bereits im Sommerschlaf und wartet darauf bis er wieder erwachen darf. In dieser Zeit widme ich mich der Vorbereitung für die kommende GV, sowie der Fasnacht 2024, denn nach der Fasnacht ist vor der Fasnacht!

Nach dem Vorbereiten der GV ging es um die Durchführung. Leider standen wir nach der Standortbestimmung und Entscheidungen, die Einige Mitglieder gefasst haben, mit nur noch sechs Cliquenmitglieder da. Dennoch beschlossen wir als Einheit, mit den Bettfäger weiter zu fahren. So kam es zum Beispiel sogar dazu, dass ich, wenn auch etwas unfreiwillig, noch Kassier wurde. Mit viel privater Unterstützung konnten wir die Kassenstrukturen optimieren und sehr professionell weiterführen.

Exakt ein Monat nach der GV fand die Motto- und Wagenbausitzung bei unserem Anhänger statt. Die Ideen zu unserem Motto sowie Wagen sprossen nur so aus unseren Mitgliedern. Wir hatten also einige Ideen zu diskutieren. Nach einer Weile konnten wir uns dann für die best- umsetzbare Idee entscheiden, so dass alle einverstanden waren. Wir einigten uns etwas mit Sternen, Planeten, Aliens und dem Universum zu machen. Nach diesem Entschluss trafen kurzum einige, nicht aktive Mitglieder beim Anhänger ein. Da diese jedoch einen wichtigen Bestandteil unserer Clique sind, konnten wir es kaum erwarten ihnen unsere Vorstellungen kund zu tun. Wir haben anschliessend noch den ganzen Nachmittag über die Fasnacht 2024 philosophiert und dazu selbstgemachtes Risotto konsumiert.

Nachdem etwas Zeit verging, konnten wir uns mit detaillierteren Ideen zum Kostüm sowie der Umsetzung des Wagens Gedanken machen. Bei unserer geplanten Partyserie «Aareböötlä» wollten wir uns gegenseitig updaten. Doch leider kam es aufgrund schlechtem Wetter nicht zum «Aareböötlä», sondern zu einem Abenteuer im Adventure Room. Wir beschlossen, zusätzlich für die Fasnacht Pins zu machen. Die Pins wurden natürlich ganz zu unserem definitiven Motto «Rund um d’Sunnä chuglä» gemacht. Die Idee hinter den Pins war, dass alle unsere Unterstützer etwas von einem kleinen Beitrag an und für die Bettfäger haben.

Nach dem Sommerloch haben wir Kleinigkeiten, wie Planeten kleistern, Holzwände streichen, Ufo vorbereiten oder ähnliches gemacht. Kurz vor der aktiven Wagenbauzeit mussten wir aus privaten Gründen wieder auf eine Person mehr in unserer Clique verzichten. Ende Jahr hatten wir das Privileg unseren Fasnachtswagen drei Mal zu vermieten. Dies waren ausserdem auch unsere ersten offiziellen Vermietungen, darüber haben wir uns unglaublich gefreut.

Nach diesen Events, noch unter dem alten Motto, war es an der Zeit dem Wagen neuen Glanz zu verleihen. Wir begannen damit, den Wagen ganz Schwarz zu streichen und skizzierten die Astronauten, die Raumforschungsstation sowie die verschiedenen Sprüche. Zeitgleich haben wir den Balkon auf dem Wagen gebaut und montiert. Dafür wurde eine ganze Menge geschliffen, geschweisst und gestrichen. Diesen haben wir eigentlich bereits für letztes Jahr vorgesehen, mussten jedoch dann aus Zeitgründen darauf verzichten.

Da wir nun ein offizielles Organ der LFG sind, durften wir ab Mitte Januar unser Zugfahrzeug in der Markthalle Langenthal bauen.

Aus grosser euphorischer Vorfreude auf die Fasnacht wurden wir noch einmal auf Herz und Nieren geprüft, denn mit Rückschlägen war leider noch nicht genug. Zwei Wochen vor der Fasnacht entschlossen sich zwei der fünf aktiven Mitglieder per sofort aus der Clique auszutreten, weil ihnen der Aufwand zu gross war und sie nicht bereit waren dies auf sich zu nehmen.

Da wir bereits im Spätsommer festlegten, dass wir unsere Clique für alle öffnen, konnten wir sicherstellen, dass wir genügend Leute sind. Ein grosses Dankeschön geht an alle diese Personen, die uns ab diesem Zeitpunkt tatkräftig zur Seite gestanden und die letzten Schritte mit uns gegangen sind.

Es ist endlich soweit, der Tag der Langenthaler Fasnacht: Auf dem Weg bin ich einem Radar begegnet und mit etwas Glück, musste ich dank 2 km/h meinen Führerausweis nicht abgeben. Obwohl sich ein grosser Teil unserer Teilnehmer an diesem Tag zum ersten Mal sah, war die Stimmung unbeschreiblich. Wir hatten einige tolle sowie einige schweisstreibende Momente, aber diese bringen uns vorwärts. Selbst die LFG lernt, sie wissen nach dieser Fasnacht, dass die Bettfäger aufgrund der Grösse ihres Gefährtes einen anderen Aufbauplatz benötigen.😊 Die tollen Zuschauer des Umzug trugen uns förmlich durch die Strecke, es war ein Magicmoment als offizielles LFG Mitglied am Umzug teilnehmen zu dürfen und unseren Wagen zu präsentieren. Da unser Zugfahrzeug für andere Umzüge zu gross war, mussten wir dies nach dem Umzug retourbauen und leider zerstören. Unseren Anhänger / Fasnachtswagen haben wir bereits nach dem Umzug für den Transport nach Huttwil vorbereitet, so dass wir am kommenden Samstag mit Sack und Pack direkt losfahren konnten.

Da das Motto der Langenthaler Fasnacht bereits nach dem Umzug bekannt war, hatten wir alle grossen Gesprächsbedarf auf dem Weg nach Huttwil. Die Ideen sprudelten aus den Mitgliedern heraus, so konnten wir die Fahrt bereits bestens für die Fasnacht 2025 nutzen. In Huttwil angekommen, haben wir wieder mit dem Aufbau des Wagens begonnen, anschliessend haben wir alle gebrusht und zum Mittagessen grilliert. Obwohl wir die Cliquenstruktur stark verändert haben, freute es mich umso mehr zu sehen, wie alle und alles miteinander harmoniert hat. Der Umzug Huttwil ist immer ein Highlight, das Sprichwort «Klein aber oho» passt wie die Faust aufs Auge. Bereits letztes Jahr hatten wir den grössten Wagen und auch dieses Jahr durften wir in Huttwil den grössten Wagen präsentieren, das war für mich ein eindrucksvoller Moment. Nach dem Umzug durften wir unseren Wagen noch als Bar aufstellen und so wichtige Einnahmen generieren. Zum Schluss vom Tag mussten wir sehr wehmütig den Wagen natürlich wieder retourbauen und alles verstauen, damit ein sicherer Transport garantiert war.

Sämtliche Materialien haben wir nun wieder eingelagert und den Anhänger bzw. Fasnachtswagen abgedeckt, er wartet darauf baldmöglichst wieder gebraucht zu werden und dass wird schon bald der Fall sein. Am 4. Mai 2024, an der diesjährigen GV werden wir den Fasnachtswagen selbstverständlich zu unserem Sitzungsraum umfunktionieren. In diesem Sinne mache ich mich nun an die Vorbereitung der GV sowie der Motto- und Wagenbausitzung. Das nächste Fasnachtsjahr startet nämlich schon bald.

 

(Dieser Text wird jedes Jahr ergänzt. So kann eine Geschichte unseres Vereines entstehen.)

© 2024 Bettfäger Wagenbauclique Murgenthal

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